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Ehrenbürger*innenwürde für Herbert Möller

In der Ratsversammlung am 22. Juli 2025 wurde von der Ratsversammlung beschlossen, dem CDU-Mitglied Herbert Möller, als erst vierte Person, die Ehrenbürger*innenwürde der Stadt Neumünster zu verleihen. Der Antrag der LINKEN Ratsfrau Mareike Tretow, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, um die Eignung der Person durch neutral und objektiv durch das Stadtarchiv prüfen zu lassen, fand leider keine Mehrheit. Diese Prüfung wäre umso nötiger gewesen, da in der Antragsbegründung wichtige Teile der Vita Herbert Möllers – bewusst oder nicht – ausgelassen oder geschönt wurden. DIE LINKE Neumünster sieht den Wert der Ehrenbürger*innenwürde beschädigt, wenn sie an Personen verliehen wird, die 

  • freiwillig in den rassistischen Vernichtungskrieg des Nazi-Deutschland eingetreten sind[1]
  • Mitglied der NSDAP waren[2]
  • Mitglied des GB/BHE waren, der als Sammlungsbecken ehemaliger NSDAP-Mitglieder fungierte3 und zentraler Akteur der „Renazifizierung“[3] des Nachkriegs-Schleswig-Holsteins waren[4]
  • Funktionär und bis zuletzt Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft sind, die nicht nur personelle Überschneidungen mit rechtsextremen Organisationen hatte, sondern auch bis 2015 eine revanchistische Programmatik hatte, welche die europäische Nachkriegs- und Friedensordnung in Frage stellte[5] 

Fragen wirft zudem die Rolle Herbert Möllers auf, die er, seinerzeit als Vorstandsmitglied der BIG, im Zusammenhang der Korruptionsvorwürfe eingenommen hatte.[6] 
Aus diesen Gründen lehnt DIE LINKE die Ehrenbürger*innenwürde für Herbert Möller ab. 

Die Seilschaften ehemaliger NSDAP-Mitglieder in den Parteien und Landsmannschaften sorgten dafür, dass für die ehemaligen Kameraden ein Neustart in demokratischem Gewand möglich wurde. Genau diese Seilschaften sorgten auch dafür, dass Verfolgten des NS-Regimes dieser Neustart erschwert oder verhindert wurde. Sie machten die Verfolgten ein zweites Mal zu Opfern. 

Ratsfrau Mareike Tretow bedauert: „Es ist mir unverständlich, warum durch den Antrag die Person Herbert Möller und seine unbestrittenen Leistungen mutwillig beschädigt wurden, weil wichtige Abschnitte seines Lebens weggelassen oder beschönigt wurden.“ Sie schlussfolgert: „Jetzt brauchen wir dringend einen transparenten Prozess mit nachvollziehbaren Kriterien und einer objektiven Prüfung, um den Wert der Ehrenbürger*innenwürde wieder herzustellen und der ausschließlichen politischen Machtsetzung zu entziehen.“ 

 

Kontakt: 

Mareike Tretow +49 163 616 7650 

 


[1]https://web.archive.org/web/20141112201344/http://www.kn-online.de/Lokales/Neumuenster/90-Jahrepralle-Lebensgeschichte, Zugriff: 18.07.2025. 

[2]Danker, Uwe; Lehmann-Himmel, Sebastian: Landespolitik mit Vergangenheit, Husum 2017, S. 108. 

oder: https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4400/drucksache-18-4464.pdf, Zugriff: 18.07.2025. 3 https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/begriffe/block-der-heimatvertriebenen-und-entrechteten-bhe, Zugriff: 

18.07.2025. 

[3]Zitiert nach Danker/Lehmann-Himmel, S. 11. 

[4]https://web.archive.org/web/20141112201344/http://www.kn-online.de/Lokales/Neumuenster/90-Jahrepralle-Lebensgeschichte, Zugriff: 18.07.2025. 

[5]https://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-03/sudetendeutsche-landsmannschaft-heimat, Zugriff: 

18.07.2025. 

[6]https://www.spiegel.de/wirtschaft/hilfe-fuer-den-lord-a-db3fdc5b-0002-0001-0000000041119073?context=issue, Zugriff: 18.07.2025. 

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