Skip to main content

Jetzt in deiner Region aktiv werden

Informationen

Landesverband Schleswig-Holstein

Regionales

In der In der Ratsversammlung am 22. Juli 2025 wurde von der Ratsversammlung beschlossen, dem CDU-Mitglied Herbert Möller, als erst vierte Person, die Ehrenbürger*innenwürde der Stadt Neumünster zu verleihen. Der Antrag unserer Kreissprecherin und Ratsfrau Mareike Tretow, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, um die Eignung der Person durch neutral und objektiv durch das Stadtarchiv prüfen zu lassen, fand leider keine Mehrheit.

Diese Prüfung wäre umso nötiger gewesen, da in der Antragsbegründung wichtige Teile der Vita Herbert Möllers – bewusst oder nicht – ausgelassen oder geschönt wurden.

Wir aber sehen den Wert der Ehrenbürger*innenwürde beschädigt, wenn sie an Personen verliehen wird, die

 

- freiwillig in den rassistischen Vernichtungskrieg des Nazi-Deutschland eingetreten sind1

- Mitglied der NSDAP waren

- Mitglied des GB/BHE waren, der als Sammlungsbecken ehemaliger NSDAP-Mitglieder fungierte und zentraler Akteur der „Renazifizierung“ des Nachkriegs-Schleswig-Holsteins waren

- Funktionär und bis zuletzt Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft sind, die nicht nur personelle Überschneidungen mit rechtsextremen Organisationen hatte, sondern auch bis 2015 eine revanchistische Programmatik hatte, welche die europäische Nachkriegs- und Friedensordnung in Frage stellte 

Fragen wirft zudem die Rolle Herbert Möllers auf, die er, seinerzeit als Vorstandsmitglied der BIG, im Zusammenhang der Korruptionsvorwürfe eingenommen hatte.

 

Aus diesen Gründen lehnt DIE LINKE die Ehrenbürger*innenwürde für Herbert Möller ab.

Die Seilschaften ehemaliger NSDAP-Mitglieder in den Parteien und Landsmannschaften sorgten dafür, dass für die ehemaligen Kameraden ein Neustart in demokratischem Gewand möglich wurde. Genau diese Seilschaften sorgten auch dafür, dass Verfolgten des NS-Regimes dieser Neustart erschwert oder verhindert wurde. Sie machten die Verfolgten ein zweites Mal zu Opfern.

 

In Einfeld sollte eigentlich eine Straße nach Anni Wadle benannt werden, aber da in dem Antrag ein Formfehler gefunden wurde, verhinderten CDU, SPD, AfD und Heimat die Benennung. Die Begründung war Annis Mitgliedschaft in der KPD. Die oben genannten Gründe und berechtigten Zweifel reichten aber offensichtlich nicht aus, die viel höher bewertete Ehrenbürgerwürde für Herbert Möller zu verhindern.

Zurück zum Kopf der Seite